Kunst an der Passer

Ein Ausstellungsevent der ganz besonderen Art: das Kunst- und Performance-Festival„Per Anhalter durch die Galerie“ in Meran

Ein schweres Geschäft. Manchmal mit tragischemAusgang. „Ich lebte für die Kunst“, klagt Tosca in der gleichnamigen Puccini-Oper. „Vissi d’arte“ lautet der Satz im Libretto der beiden Textautoren Giuseppe Giacosa und Luigi Illica. Die Kunst kann die in politische Intrigen verstrickte Sängerin im Rom des Jahres 1800 nicht retten. Im letzten Akt stürzt sich Tosca in den Tod. Deren Geliebter, der Maler Cavaradossi, wird erschossen. Ein dramatischer Plot.

In Meran sind sie da schon optimistischer. „In der Passerstadt leben die Künste“, heißt es trotzig im Vorwort des zweisprachigen Gratismagazins „Vissidarte“, dessen zweite Ausgabe im Dezember 2006 erschienen ist. Unterstützt von der Stiftung Südtiroler Sparkasse porträtiert das bunt-lebendige und graphisch-verspielte Heft in Meran lebende oder in Meran geborene Künstler, auch wenn diese schon längst in anderen Städten arbeiten.

Die Fotografen Peppi Gander und Floriano Steiner sind auf den Vissidarte“-Seiten vertreten, ebenso der Jazz-Pianist Franco D’Andrea, die Romanciers Hansjörg Waldner und Alessandro Banda, der Modedesigner Sir Lady Eisenhover und die Bildhauer Franz Pichler und Ulrich Egger. Inzwischen stellt das „Vissidarte“-Team Maler, Schriftsteller oder Filmemacher nicht nur auf Hochglanzpapier vor.

Das 1. Internationale Kunst- und Performance-Festival „Per Anhalter durch die Galerie“ ergänzte vom 6. bis zum 9. April 2006 das Zeitungsprojekt. Träger des Ausstellungsevents war der Meraner Ost-West-Club. Betreut hatten die von Fabrizio Boggiano kuratierte Kunstschau Katharina Hohenstein, Sonja Steger, Christian Martinelli, Giorgio Loner und Linda Egger, in Zusammenarbeit mit Kunst Meran im Haus der Sparkasse, der Kulturgenossenschaft Mairania 857, der Stadtgemeinde Meran und dem Land Südtirol.

Die Stiftung Südtiroler Sparkasse unterstützte das schrille Kultur-Projekt mit einem Beitrag. Der Ausstellungsreigen wolle den behäbig-verträumten Kurort Meran „als weltoffene Kunst- und Kulturstadt“ positionieren, versprach das Festivalkonzept. Fünfzig Künstler aus den Bereichen Photografie, Malerei, Bildhauerei, Installation, Video, Performance und Musik hatten die Organisatoren eingeladen, vor allem natürlich aus Meran, aber auch aus der Partnerstadt Salzburg, aus Deutschland, Griechenland und aus der Schweiz. „Vissidarte“-Gäste waren die Fotografen Kai Kuss (Wien) und Ivo Illuminato Andri (Mustair), die Maler Sabine Auer (Schenna), Peter  Verwunderlich (Meran) und Stefan Sader (Lana), die in Meran arbeitenden Bildhauer Eduard Habicher und Franz Pichler, die Video-Künstler „The Video Sisters“ (Salzburg), Edi Müller (Berlin) und Werner Gasser (Berlin), das Wiener DJ-Kollektiv „Veloziped“ oder der in Bozen geborene und in Berlin lebende Bassist Klaus Janek.





Veröffentlicht am:
12:58:28 07.03.2008 von Peter Thalmann